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Was ist das? Die Villa Sonnenschein.

In unserem Elternhaus sollen Eltern und ihre Kinder einen gemeinsamen Rückzugsort finden. Den Kindern ist es durch den schweren Krankheitsverlauf oft nicht möglich, das Krankenhaus zu verlassen. Somit ist es eine doppelte Belastung für die Eltern.
Die Villa-Sonnenschein ist nun die Lösung.
In unmittelbarer Kliniknähe können Eltern und Kinder gemeinsame Zeit, die so wichtig ist, in einer ruhigen und gemütlichen Atmosphäre verbringen.
Die Villa Sonnenschein bietet zunächst 8 Wohneinheiten, d.h. Elternzimmer. Hier können Eltern ein Zuhause auf Zeit beziehen. Ziel sollte sein, eine kostengünstige Möglichkeit zur Übernachtung in Kliniknähe anbieten zu können.
Neben den Wohneinheiten gibt es in der Villa Sonnenschein noch einen großen Wohn-Essbereich, in dem sich alle Eltern und mit ihren Kindern gemeinsam aufhalten können.
Auch der Austausch untereinander spendet Kraft und Energie.

Interviews mit den Vorsitzenden des Vereins

Jörg Sartorius: Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor, und was sind Ihre Intentionen sich im Förderverein zu engagieren?

Jens Schmitz: Ich bin seit nunmehr 8 Jahren Mitglied des Fördervereines und davon wiederum 5 Jahre im Vorstand aktiv. Als betroffener Vater habe ich aus eigener Erfahrung die Möglichkeit, mich schnell in die Herausforderungen, die ein solches Ereignis an die Familie stellt, einzufinden. Die große Vision des Vereins, den Kindern und deren Familien einen Rückzugsort fern ab vom Klinikalltag zu verwirklichen, war meine erklärte Aufgabe.

Jörg Sartorius:
Apropos Villa Sonnenschein, wie kam es eigentlich zu diesem Namen?

Jens Schmitz: Auch hier waren es die persönlichen Erfahrungen. In einer Reha mit unseren Kindern auf Sylt lernten wir eine Familie aus der Eifel kennen. Anna, das betroffene Kind, sprach eigentlich nie davon, in einer Klinik in Behandlung zu sein, sondern sprach immer nur von der Villa. Auf Nachfragen stellte sich heraus, das Anna eigentlich im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier in Behandlung war. Dort gibt es eben eine „Villa“, in der auch Behandlungen bzw.Untersuchungen nach der Intensivphase durchgeführt werden. Ich nahm durch diese Erfahrung zusammen mit Prof. Tim Niehues, dem Leiter unserer Kinderklinik hier in Krefeld, Kontakt zu Dr. Christoph Block von der Villa in Trier auf. Hier wurden wir in mehreren persönlichen Terminen über Struktur und Ablauf dieser vorbildlichen Einrichtung von Dr. Block persönlich empfangen und beraten. Also steckt auch ein klein wenig Entwicklungshilfe aus Trier in unserem Konzept.

Jörg Sartorius: Stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor, und was sind Ihre Intentionen sich im Förderverein zu engagieren?

Jens Schmitz: Ich bin seit nunmehr 8 Jahren Mitglied des Fördervereines und davon wiederum 5 Jahre im Vorstand aktiv. Als betroffener Vater habe ich aus eigener Erfahrung die Möglichkeit, mich schnell in die Herausforderungen, die ein solches Ereignis an die Familie stellt, einzufinden. Die große Vision des Vereins, den Kindern und deren Familien einen Rückzugsort fern ab vom Klinikalltag zu verwirklichen, war meine erklärte Aufgabe.

Jörg Sartorius:
So waren Sie also selbst in der Lage, in der sich viele andere Eltern auch befinden. Obwohl Sie ja an sich, geografisch gesehen, nahe an der Klinik gewohnt haben und immer noch wohnen.

Jens Schmitz:
Ja und wie bereits erwähnt, war es in der 18 monatigen Chemotherapiephase eigentlich die größte Belastung, dass die Möglichkeiten, einmal zur Ruhe zu kommen, im hektischen Klinikalltag oft nicht darstellbar ist.

Jörg Sartorius:
Dann waren also Ihre eigenen Erfahrung für Sie die Initialzündung. Welche Motivationen gab es denn noch, die Villa Sonnenschein zu realisieren?

Jens Schmitz:
Ja und nein. Die Vision bestand seitens des Vereins bereits seit mehr als 10 Jahren. Nun war es an der Zeit, mit dem Neubau des Helios Klinikums und dem damit verbundenen Umzug der Kinderklinik in ein neues Gebäude, die Vision der Villa Wirklichkeit werden zu lassen.

Jörg Sartorius:
Apropos Villa Sonnenschein, wie kam es eigentlich zu diesem Namen?

Jens Schmitz: Auch hier waren es die persönlichen Erfahrungen. In einer Reha mit unseren Kindern auf Sylt lernten wir eine Familie aus der Eifel kennen. Anna, das betroffene Kind, sprach eigentlich nie davon, in einer Klinik in Behandlung zu sein, sondern sprach immer nur von der Villa. Auf Nachfragen stellte sich heraus, das Anna eigentlich im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier in Behandlung war. Dort gibt es eben eine „Villa“, in der auch Behandlungen bzw.Untersuchungen nach der Intensivphase durchgeführt werden. Ich nahm durch diese Erfahrung zusammen mit Prof. Tim Niehues, dem Leiter unserer Kinderklinik hier in Krefeld, Kontakt zu Dr. Christoph Block von der Villa in Trier auf. Hier wurden wir in mehreren persönlichen Terminen über Struktur und Ablauf dieser vorbildlichen Einrichtung von Dr. Block persönlich empfangen und beraten. Also steckt auch ein klein wenig Entwicklungshilfe aus Trier in unserem Konzept.

Jörg Sartorius:
Wie wird sich das Projekt Ihrer Meinung nach auf Dauer finanzieren, gibt es feste Sponsoren oder Ähnliches?

Jens Schmitz: Wir haben mit Karsten Körner einen erfahrenen Finanzer als ehrenamtlichen Geschäftsführer für unser Projekt gewinnen können. Wir haben einen Finanzplan gemeinsam erstellt und mit der Sparkasse Krefeld einen starken und vor allem seriösen Finanzpartner gefunden. Das Projekt steht auf sicheren Füßen. Nicht zuletzt auch durch unseren engen Kontakt zur Klinikleitung des Heliosklinikums. Letztendlich sind und werden wir unsere Arbeit jedoch nur erfolgreich fortsetzen können, wenn wir weiterhin mit Spenden aus unserem Umfeld bedacht werden. Alle Mitglieder im Vorstand und im Beirat arbeiten ehrenamtlich für unseren Verein. Auch wir sind leider von den Spendenrückgängen aller Vereine betroffen, zum Glück bisher nur mäßig. Es bleibt am Ende jedoch eine große Herausforderung und es bedarf gute Öffentlichkeitsarbeit, solch ein Vorhaben erfolgreich und nachhaltig bestehen zu lassen.

Jörg Sartorius:
Ein kurzer Blick in die Zukunft: wo wird der Verein bzw. die Villa Sonnenschein in etwa 5 Jahren stehen? Jens Schmitz: Ich bin der festen Überzeugung, dass die Villa auch das Umfeld des Lutherplatzes positiv beeinflussen wird. Trotz der uns nicht verständlichen entgegen gebrachten Missbilligung dieses Neubau Projektes seitens einiger Anwohner, wollen wir die soziale Komponente dieser Einrichtung in den Vordergrund rücken. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Stadt Krefeld eine solche Einrichtung gerade in der heutigen immer mehr anonymisierten Zeit braucht. Deshalb werden wir nicht nur in 5 Jahren, sondern dauerhaft eine wichtige, vom Bürger der Stadt Krefeld getragenen Einrichtung werden. Und das ehemalige Pfarrhaus der Lutherkirche wird so wieder zu einem sozialen Mittelpunkt des Stadtviertels.

Jörg Sartorius:
Das Elternhaus ist sicher eines der größten Projekte, die der Förderverein bis dato zu stemmen hatte. Wie hat es denn für Sie überhaupt angefangen, dass Sie sich als Ärztin mit Nachtdiensten und allem Drum und Dran so vehement dafür engagieren wollten?

Sigrid Völpel: Ich gehöre zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins 1988. Ende der 80er Jahre gab es in der Kinderonkologie gewissermaßen eine Aufbruchsstimmung. Die Behandlung der Kinderkrebserkrankungen, besonders der kindlichen Leukämien, wurde immer erfolgreicher. Allerdings war dies begleitet von langwierigen (4-6 Wochen) stationären Aufenthalten. Die heute besonders bei Kleinkindern selbstverständliche Mitaufnahme eines Elternteils war gerade bei den Krankenkassen erkämpft worden. Es gab eine von der Ärzteschaft gegründete bundesweite „Aktion Kind im Krankenhaus“. Aber es fehlte an kindgerechten Aufenthaltsräumen, z.B. Spielzimmern auf der Station. In den Kinderkliniken gab es keine Telefone in den Patientenzimmern (das Handy gab es ja noch nicht). Es gab auch keine allgemein verbreitete unterstützende psychologische Hilfe.
Damals lagen noch mehrere Kinder gemeinsam in einem Zimmer. Die Gefahr, dass sich unsere Krebspatienten mit Infektionen quasi von Bett zu Bett ansteckten, war dadurch bedeutend größer als heutzutage. Infektionen aber sind für Tumorpatienten unter Chemotherapie, die ja dann entsprechend abwehrgeschwächt sind, eine sehr große, unter Umständen lebensbedrohliche Gefahr. Ein normaler Schnupfen kann bei diesen Kindern schon zu einer Lungenentzündung führen. Zusammengefasst bedeutet dies, dass das Krankenhausumfeld auf den Stationen kindgerechter werden musste. Pflegepersonal und Ärzte sahen auch, dass neben der gesicherten Klinikbehandlung u.a. eine soziale Unterstützung der betroffenen Familien notwendig war. So entstand der Wunsch, einen Förderverein zu gründen, um sich für die klinischen Belange einsetzen zu können. Und um Spenden zu sammeln, damit Dinge ermöglicht werden konnten, die von der gesetzlichen Gesundheitsversorgung nicht berücksichtigt, d.h. nicht bezahlt wurden.

Jörg Sartorius:
Das bedeutet natürlich unterm Strich, es gibt nichts Gutes außer man tut es! Und aus dieser Tradition heraus geht der Förderverein ja nun wieder mal einen weiteren Schritt, indem er ein Elternhaus schafft.

Sigrid Völpel: Ja, an vielen großen Kliniken, die viele und oft von weit her kommende Patienten behandeln, wie z.B. Unikliniken, sind diese Elternhäuser schon zum Standard geworden, um den Eltern während des stationären Aufenthaltes des Kindes ortsnah eine finanziell vertretbare Unterkunft zu bieten, da nicht alle Eltern als Begleitperson stationär aufgenommen werden können.

Jörg Sartorius:
Man hat den Eindruck, dass der Austausch zwischen betroffenen Eltern dazu führen kann, dass Eltern Stärke und Kraft gewinnen. Wird dadurch auch der Heilungs- und Genesungsprozess der kleinen Patienten positiv beeinflusst?

Sigrid Völpel: Grundsätzlich wäre es für alle Kinderkliniken wünschenswert, dass diese Häuser nur noch sog. Mutter-Kindzimmer hätten – so dass für den Patienten von vorne herein eine Begleitperson eingeplant werden kann. Das ist natürlich trotz großer Bemühungen finanziell nicht umsetzbar, allenfalls für Kleinkinder. Aus diesem Grund suchen viele Kliniken, gerade für Kinder im Vorschulalter, eine andere Möglichkeit. Anders ist es natürlich für ältere Kinder und Jugendliche. Aber auch hier ist es wichtig, dass gerade nachts die Eltern in Rufweite sind, um zeitnah bei ihren Kindern sein zu können und nicht zwischen den Stationsbetten ihre Liegen aufstellen zu müssen, was auch den stationären Ablauf stört, nicht zuletzt unter Hygieneaspekten. Doch ist ganz klar erkennbar, dass ein Kind die Behandlung eher akzeptiert, wenn die Eltern mithelfen. In ihrer Begleitung ist es für das Pflegepersonal leichter, auch für das Kind unangenehme Maßnahmen durchzuführen. Dies erfordert aber Ruhe und Ausgeglichenheit der Eltern. Nachts brauchen beide ihre Ruhe, Eltern und Kind. Im Krankenzimmer ist dies nicht gewährleistet in Folge der notwendigen Pflegemaßnahmen auch nachts. Da ist es dann hilfreich, wenn der begleitende Elternteil sich zurückziehen kann, aber stets leicht erreichbar ist.

Jörg Sartorius:
Sehen Sie auch Nachteile bei dieser Thematik?

Sigrid Völpel: Das kommt natürlich oftmals auf die Situation bzw. die Erkrankung an. Bei manchen Krankheiten ist Überbehütung durch die natürlicherweise besorgten Eltern auch für den Patienten ein Problem. Weil er sich ständig kontrolliert fühlt und sein Verhalten nach den Eltern ausrichtet. Gerade bei älteren Kindern muss das nicht von Vorteil sein. Unser Elternhaus soll aber nicht nur für Eltern krebskranker Kinder eingerichtet sein.

Jörg Sartorius:
Was kann ich mir da vorstellen, was wären dies für andere Krankheiten?
Sigrid Völpel: Zum Beispiel Erkrankungen, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Hier können die Eltern nicht neben Kindern, z.B. auch krebskranken Patienten, übernachten, allenfalls auf einem Stuhl. Eltern lösen einander häufig stundenweise ab. Für sie ist eine Rückzugsmöglichkeit in den Pausen – ohne gleich wegfahren zu müssen – ganz wichtig, um sich rasch ein paar Stunden Schlaf zu gönnen. Oder auch, um in dieser psychisch enorm belastenden Situation auch mal in Ruhe gemeinsame Gespräche führen zu können. Andere Patienten, die längere Klinikaufenthalte brauchen, sind Kinder mit Antibiotikatherapie bei Mukoviszidose, Diabetes-Ein- und –Umstellung, Abklärung unklarer Krankheitsbilder, Behandlung von Immundefekten. Hier kann das Elternhaus zumindest dazu beitragen, weite Fahrwege zu ersparen.

Jörg Sartorius:
Und dies könnte das Konzept „Villa Sonnenschein“ gewährleisten?

Sigrid Völpel: Ja, und sogar noch mehr. Das Elternhaus kann auch Treffpunkt für die ganze Familie sein, wenn ein Elternteil längere Zeit mit dem Patienten in der Klinik weilen muss. In das Elternhaus können die Geschwister mit zu Besuch kommen. Dann kann ein Elternteil beim kranken Kind bleiben, und die übrige Familie nutzt das Elternhaus mit seinem großen Garten für die Gemeinsamkeit. Wir wollen auch ein Familienzimmer einrichten, wo z.B. ein Geschwisterbaby dabei sein kann.

Jörg Sartorius:
Jetzt gehört die Kinderklinik zu HELIOS. Sehen Sie Kooperationsmöglichkeiten mit HELIOS bzw. mit der Klinik?

Sigrid Völpel: An mehreren HELIOS-Standorten gibt es solche Elternhäuser schon. Die Zusammenarbeit funktioniert in der Regel gut. Wir bieten den Eltern ja etwas an, was ein Krankenhaus so nicht leisten kann. Letztendlich wird in der Behandlungsphase für die Familie eine Lücke geschlossen. In diesem Vorhaben werden wir von HELIOS durchaus unterstützt. Zudem bieten wir auch einen Seminarraum an für Fortbildungen, Konferenzen oder Kinderveranstaltungen. Finanzielle Details sind allerdings noch zu klären.

Jörg Sartorius:
Zum Schluss die Frage: Wo sehen Sie das Elternhaus in fünf Jahren?

Sigrid Völpel: Da wir mit unserem Wunsch nach einem Elternhaus schon 10 Jahre lang zu tun hatten, und nun alles so geworden ist, wie wir uns das damals vorgestellt hatten, hoffe ich, dass das Haus sozusagen Fuß fasst. Wir beginnen erst einmal mit dem Ausbau einer Etage, wobei aber der Kommunikationsbereich, unter anderem auch die Geschäftsstelle unseres Fördervereins, von Beginn an fertig gestellt sein wird. Und so hoffe ich, dass die Villa Sonnenschein auch ein Treffpunkt für unsere Patienten und ihre Familien werden wird, sowohl während der ambulanten als auch während der stationären Behandlung der Kinder. In fünf Jahren sollte die Villa Sonnenschein eine feste Institution innerhalb des Klinikums geworden sein, aber auch in der Wahrnehmung der Krefelder Bevölkerung. Denn ohne deren Engagement und Spendenunterstützung werden wir das Haus auf Dauer kaum betreiben können. Das Elternhaus soll ein Ort der Ruhe und des Austausches in schweren Zeiten für alle unsere Gäste sein.

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